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Ist das Kunst oder kann das Shop?

drei Bilder, die zusammen ein Panorama ergeben nebeneinander auf weißem Grund. Mit Überlappungen. Zu sehen ein beige-blasses Klostergebäude mit stattlichem Portal.

Als ich Ende Dezember 2018 den Entschluss gefasst habe, endlich einen Kunstwerke-Shop online zu stellen, hatte ich nicht geahnt, welche Odyssee mir bevorsteht.

Durch die rauen Fluten des Serverozeans vorbei an den Klippen der SSH-Verschlüsselung zu einer wild überwucherten Urwaldinsel voller Datenbanktabellen, entlang der Steilklippen des rechtssicheren Shop-Checkouts, fast wie ein phantastischer Davy Jones im Seelenverkäufer der feinen Künste …

Dabei wollte ich doch einfach nur die Flut an Kunstwerken, die ich manchmal in abendelangen App-Sessions auf dem Smartphone kreiere, zeigen und zum Kauf anbieten.

In den Ferien zwischen Weihnachten und Neujahr ging mir eine ganze Reihe faszinierender Fotomotive ins Netz, die ich in unserer kleinen Ferienwohnung unterm Mont Ventoux in der Provence mit verschiedenen Apps in Kunstwerke verwandelte.

Ob ich es schaffen würde, so viele verschiedene Kunstwerke zu kreieren, dass dabei jeden Tag ein Bild herausspringt?

Die Kunst ist das Eine. Sie zu verkaufen das Andere. Und die geeignete Plattform für den Verkauf zu finden ist wieder eine andere Geschichte.

Da ich in der Vergangenheit – zwar zaghaft und sehr zurückhaltend – die Kooperation mit der ein oder anderen Galerie oder Online-Vermarktungs-Portalen hatte und mir dabei vorkam wie eine Melkkuh, ohne selbst davon zu profitieren, hatte ich den Glauben an die Vermarktung der eigenen Kunst (durch andere) verloren und mich seit 2010 darauf konzentriert, meine Konzepte ins Internet zu verlegen, sie in Form von Reise/Kunst-Blogs frei verfügbar zu machen und von dem zu exisitieren, was mir die Followerinnen und Follower freiwillig und bedingungslos spenden.

Nicht sehr viel. Aber ich lebe glücklich und komme irgendwie über die Runden.

Dass sehr viele Kunstwerke ungesehen bleiben und dass ich sie durchaus für sammelbar und verkaufbar halte, wurmte mich.

Kurzum habe ich all meine Fähigkeiten in Webdeveloping, Kunst kreieren, Server administrieren und Lösungen finden gebündelt und den lieben langen Januar damit verbracht, diesen Shop aufzubauen. Ihr wollt nicht wissen, wie vielfältig und bizarr meine Wege waren. Drei Felder musste ich bestellen: erstens Servertechnik und Sicherheit, zweitens Produktmanagement und Ablauf der Bestellung und Versendung (ich hoffe, ich kriege das hin), drittens das ziemlich komplexe Shopsystem einzurichten, okay und als viertes Feld kommt noch Buchhaltung hinzu, und als fünftes, den Shop bekannt zu machen und als sechstes … Ihr seht, ein Rattenschwanz an Bedingungen, die miteinander verzahnt sind wie eine komplexe Maschine. Man könnte sagen, ich habe ein Vehikel geschaffen oder ein Schiff (siehe Ozeanbild zu eingangs). Ich bin der Kapitän, die Mannschaft und die Reederei in Personalunion.

Nun liegen hier die ersten Kunstwerke. Auch meine Poster, die auf https://irgendlink.de ein Schattendasein fristeten, haben endlich eine schöne Verkaufsplattform.

Ich möchte mich 2019 auf die Serie 365-Daily konzentrieren. Jeden Tag ein 12 x 12 cm großes Bild zum Sammeln. Für einen bezahlbaren Preis, so dass jedeR mitmachen kann.

Soweit erst einmal über diesen Shop. Dies ist mein erster Blogeintrag. Bemerkenswert war der Meilenstein im Shop, gestern, als die drei Einzelbilder eines Triptychons ganz oben standen und ein schmuckes Prachtstück darstellten, wie ich finde. Eine Szene übrigens, die sich auch in meinem Poster UmsLand/Bayern wieder findet (Zeile 7, Bild 3-5).

Drei Kunstwerke, die ein Klostergebäude als auf ein Triptychon verteiltes Panorama zeigen stehen nebeneinander in Warenkorb-ansicht. Dazu die Beschreibungstexte und das Seitenmenü des Shops auf der rechten Seite des Bildes.
Das erste Triptychon in der Shop-Darstellung (Desktop-PC) vom 25. bis 27. Januar

Nachdem ich nun die gröbsten Arbeiten an dem Shop erledigt habe, wird mir bewusst, welch filigranen Organismus ich geschaffen habe, welche faszinierenden Möglichkeiten er bietet und da ist die Möglichkeit des Verkaufs eigener Kunstwerke nur ein Bruchteil an Gewicht, denn, so wurde mir klar, es handelt sich eigentlich eher um ein konzeptuelles, marktwirtschaftliches Konzeptkunstwerk, als um einen Shop.